Forschung

Monitor PLUS

Im Rahmen von „Monitor PLUS“ wird die bereits in der Programmlinie „Haus der Zukunft“ begonnene Evaluierung von Gebäuden mit hohem Innovationsanteil für die Leitprojekte und Demonstrationsbauten der Programmlinie „Haus der Zukunft plus“ kontinuierlich fortgesetzt. Im Bereich des Energiemonitorings und der Erhebung der Akzeptanz durch NutzerInnen werden die vorhandenen Methoden verfeinert: Das Resultat sind detaillierte Energiedaten für die evaluierten Gebäude ebenso wie weitreichende Erkenntnisse hinsichtlich der Akzeptanz der umgesetzten Technologien und Bauweisen bei NutzerInnen. Ergänzend dazu wird das umfassende Gebäudebewertungssystem TQB der ÖGNB für alle Leitprojekte und Demonstrationsbauten angewendet. Inhaltlich wurde TQB vollkommen überarbeitet: Bewertungstiefe als auch die Nachweisdichte wurden erhöht, die Bewertung zahlreicher Qualitätskriterien erfolgt entlang des gesamten Lebenszyklus des Bauwerks. Verpflichtende Messungen von Raumakustik und Innenraumluftqualität ergänzen die schon bisher bekannten Messverfahren. Info: DI Dr. Bernhard Lipp, Ing. Mag. Maria Fellner

Future Building

Das K-Projekt Future Building ist ein Kompetenzzentrum im Rahmen des Forschungsprogramms COMET – Competence Centers for Excellent Technologies. Es wird getragen von einem Konsortium aus sieben wissenschaftlichen Institutionen und 19 Unternehmenspartnern unter der Führung der Donau-Universität Krems.
Innerhalb des Kompetenzzentrums wird ein von den Unternehmen in Kooperation mit den Wissenschaftlichen Partnern erarbeitetes Forschungsprogramm bearbeitet, das die Entwicklung nachhaltiger, zukunftsorientierter Gebäudesysteme und –komponenten zum Ziel hat.
Forschungsbereiche:
- „Components“: Entwicklung nachhaltiger Gebäudekomponenten (Haustechnik, Baustoffe)
- „Systems“: Entwicklung nachhaltiger Gebäudesysteme (Vorgefertigter Leichtbau, Biomassegestützte Niedrigenergiehäuser, Thermisch bewirtschafteter Betonfertigteilbau)
Das gesamte Forschungsprogramm hat in dieser ersten Stufe eine Laufzeit von vier Jahren und einen geplanten Umsatz von 3,8Mio EUR, der zu 50% von den Unternehmenspartnern, zu 45% von den Fördergebern und zu 5% von den Wissenschaftlichen Partnern aufgebracht wird.
An folgenden Projekten bringt das IBO seine Kompetenzen mit ein:
A1 Mineralisches Wärmedämmverbundsystem auf Basis Perlit
Entwicklung eines neuen, nicht brennbaren, rein mineralischen Wärmedämmverbundsystems auf Basis von expandiertem Perlit mit ausschließlich mineralischen Bindemitteln und mit abgestimmten Klebern und Oberflächenbeschichtungen.
A4 Entwicklung von Fassadenplatten aus recyklierten Mineralfaserprodukten
Es werden die Realisierungsmöglichkeiten der Anwendung unterschiedlicher Recyclingmethoden auf das Material Mineralwolle untersucht. Wesentliche Aspekte hierbei sind die Logistik, der Mengenanfall und der Energieeinsatz für das Recycling. Fokussiert wird nicht das Recycling von Produktionsabfällen, das als technisch gelöst betrachtet werden kann, sondern das Recycling von Baustellen- und Postconsumerabfällen.
B2 Weiterentwicklungen im modularen System Leichtbau
Entwicklung von Systemen und neuen Lösungen im vorgefertigten, modularen Holzsystem-Leichtbau.
AB1 Aktivierung thermischer Speichermassen in Gebäudestrukturen aus Beton
Untersuchung der Möglichkeiten zur aktiven Speichermassenbewirtschaftung in Betonbauteilen, mit den Zielen der Behaglichkeit und Energieeffizienz:
- energetische Nutzung des Kellers bzw. Nutzung der energetischen Wechselwirkung zwischen Keller und Haus
- zonaler thermischer Lastausgleich in Gebäuden
- temporärer thermischer Lastausgleich in Gebäuden
- Dimensionierungsfragen im Zusammenhang mit etwa der Kondensatbildung an schweren, speicherwirksamen Bauteilen
AB2 Entwicklung eines passivhaustauglichen monolithischen Ziegelsystems
Weiterentwicklung eines bestehenden 50cm Wandziegels zu einem passivhaustauglichen Bausystem, inklusive Durchdetaillierung der Anschlussdetails. Errichtung eines Musterhauses bzw. einer Mustersiedlung in dieser Bauweise
Info: DI Dr. Bernhard Lipp, DI Robert Stanek

oekobaunetzlogo Netzwerk Bauökologie für Krankenanstalten

Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe ist für eine nachhaltige Entwicklung am Gebäudesektor unabdinglich. Schadstofffreie Innenräume, Minimierung der Grauen Energien von Baustoffen und der Gesundheitsbelastung für die Professionisten in der Bauphase sind drei zentrale Aspekte. Zwischen fünf großen Krankenhausbetreibern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz soll ein praxisnaher Erfahrungsaustausch mit Schwerpunkt Materialökologie initiiert und moderiert werden.
Projektleitung: Dr. Thomas Belazzi, bauXund forschung und beratung gmbh.
Ein Projekt im Rahmen der Programmlinie "Haus der Zukunft" Info: Barbara Bauer
Kurzfassung

Raumluftqualität und Bewohnergesundheit in neu errichteten Wohnhäusern

Seit Juni 2010 führt das IBO eine vom Klima- und Energiefonds geförderte Studie zur Raumluftqualität und Bewohnergesundheit in neu errichteten Wohnhäusern durch. Für die Untersuchungen werden sowohl in Passivhausstandard als auch konventionell errichtete Objekte herangezogen. Projektpartner sind das Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien sowie die IG Passivhaus.
Aufgrund von Untersuchungen der Raumluftqualität und der Gesundheit der Bewohner mittels Fragebogenerhebung soll festgestellt werden, ob sich die unterschiedlichen Haustypen hinsichtlich Schadstoffbelastung voneinander unterscheiden und ob sich signifikante Einflüsse des Haustyps auf Veränderungen des Gesundheitsstatus nach einem Jahr zeigen .
Projektleiter:
DI Peter Tappler projekt2020@ibo.at
Projektpartner: Medizinische Universität Wien – Institut für Umwelthygiene, Dachverband IG Passivhaus Österreich
Kurzfassung des Projekt

gugler! Build & print triple zero Haus der Zukunft-Leitprojekt

Ziel des Leitprojektes gugler! build &print triple zero ist eine neue Dimension der Nachhaltigkeit: Plusenergiestandard für das Gebäude, das bedeutet zero emission, zero energy, zero waste. Dabei wird das Gebäude als interimistischer Zustand in einem Stoff- und Energiefluss gesehen, der den Kriterien einer räumlichen und zeitlichen Nachhaltigkeit genügen muss.
Langfristiges Ziel des Bauwesens muss es sein, den gesamten Kreislauf von der Produktion der Baustoffe und Komponenten und der Bereitstellung der Energie über ihre Verwendung bis zur Entsorgung/Weiterverwertung des Gebäudes in ein globales Nachhaltigkeitskonzept einzuordnen, das heißt, dass diesem Kreislauf nur Stoffe zugeführt werden können, die im Laufe ihres Lebenszyklus auf der Erde ersetzt oder/und biologisch abgebaut werden können (nawaros) oder vollständig recycliert werden können (recycros), die Erneuerbarkeit und Ökoeffektivität gilt ebenso für die in diesem Gesamtkreislauf eingesetzte Energie.
Dass dies heute schon möglich ist, soll anhand des Leuchtturmprojektes Gugler GmbH gezeigt werden. Gugler ist ein moderner nachhaltiger Mediendienstleistungsbetrieb (klassische Druckerei und neue Medien), der von derzeit ca. 2140 m² Nfl. auf 5400 m² Nfl. erweitert werden soll.
Subprojekt 2: Bauen mit recycros
Erarbeitung von Grundlagen zur Erhöhung der stofflichen Kreislaufschließung im Bauwesen und des Einsatzes von Recyclingstoffen (recycros). Aufbereitung in Form eines Katalogs: welche Stoffe fallen im Hochbau an, wie können sie verwertet werden und welche recycros sind bereits verfügbar. Darstellung der Einsatzmöglichkeiten und Vorschläge konkreter Materialien und Aufbauten von recycros im Hochbau, insbesondere für das Bauprojekt Gugler.
Subprojekt 3: Recyclingfähig konstruieren
Ziel in diesem Subprojekt ist die nähere Betrachtung und Formulierung allgemeiner Bedingungen für den Einsatz recyclingfähiger Bauweisen und Konstruktionen, unabhängig davon, ob neue oder recyclierte Materialien eingesetzt werden. Die Erkenntnisse daraus sollen für die Konstruktion des Gugler-Demogebäudes angewendet werden.
Subprojekt 4: Energiekonzept Gugler
Das Energiekonzept führt den Gewerbebetrieb Gugler im Rahmen der Umnutzung und Erweiterung zum Plusenergiestandard. Wesentliche Maßnahmen sind die konsequente maximale Reduzierung des Nutz- und Endenergiebedarfs, optimale Nutzung vorhandener Prozess-Abwärmen, maximale Ausschöpfung der Energieressourcen vor Ort, gebäudeintegrierte Energieerzeugung, ökologisches Lastmanagement mit umfassenden Response- und Speicher-Techniken

PH-San Plus

Passivhaus-Sanierungsbauteilkatalog, methodisch aufbauend auf dem IBO Passivhaus-Bauteilkatalog. Ein erstes Projekt wurde mit Förderung des HdZ+ im April 2009 abgeschlossen. Dieses zweite Projekt soll ergänzen und bis zu einer hochwertigen Publikation weiterführen.
Kurzfassung: Bauteilkatalog für Gebäudesanierungen auf Passivhausstandard für Baualtersklassen von Gründerzeit bis 1980er Jahre. Besonderes Augenmerk auf die Sanierung erdberührter Bauteile. Integration von Lüftungsanlagen. Konstruktionen mit zeichnerischer Darstellung, bauphysikalischen Kenndaten und ökologischer Bewertung über den gesamten Lebenslauf.
Gefördert durch Haus der Zukunft, BMVIT. Forschungsbericht Info: Dr. Tobias Waltjen

LCC-Info-System für mehr CO2-Einsparung durch die Verknüpfung von energierelevanten Gebäudedaten

Entwicklung eines LCC (Life Cycle Cost – Lebenszykluskosten) Info-Systems unter der Projektleitung der Österreichischen Energieagentur auf der Basis von bestehenden Modulen wie beispielsweise der Energieausweisdatenbank ZEUS und des umfassenden Gebäudebewertungssystems Total Quality Building Assessment (TQB). Durch die Sammlung, Aufbereitung und Bereitstellung von energierelevanten Daten sollen folgende Ziele erreicht werden: Schaffen einer Datenbasis zur Beschreibung der Qualität des Gebäudebestandes; Qualitätskontrolle Energieausweis und Planung nutzerbezogener Maßnahmen durch Erheben von Verbrauchsdaten; Verknüpfen mit bestehenden Modulen zur einfachen LCC-Analyse. Damit wird ein essenzieller Beitrag dazu geleistet, CO2-Einsparpotenziale – insbesondere im Gebäudebestand - effizient zu erheben. Info: Ing. Mag. Maria Fellner