Zum Seiteninhalt springen

HEROES

In energieeffizienten Neubauten und Sanierungen beläuft sich der Anteil für die graue Energie der eingesetzten Bauprodukte für Errichtung und Instandhaltung in einer ähnlichen Größenordnung wie für den Betrieb. I.d.R. konzentrieren sich Energiebilanzen für Gebäude bislang auf die Betrachtung der Betriebsenergie (Energieausweis). Mit diesem Projekt wird für die breite Masse an Energieberatern, Energieausweiserstellern und Fachplanern die Türe geöffnet, in Ergänzung zur Betriebsenergie auch die graue Energie sowie die CO2-relevanten Emissionen für die eingesetzten Bauprodukte mit zu optimieren.

Ökobilanzen und Lebenszykluskosten Forschung

Im Rahmen dieses Projekts werden

  • entsprechende Grundlagenkennwerte praxistauglich verfügbar gemacht,
  • Berechnungsmethoden entwickelt und dokumentiert
  • einfache und effiziente Berechnungswerkzeuge für die breite Umsetzung bereitgestellt.

Ein vereinfachtes Verfahren für die Berechnung von ökologischen Kennzahlen für bisher nicht betrachtete Gebäudeteile (thermisch nicht relevante Bauteile und Haustechnikkomponenten) wird entwickelt. Die methodischen Grundlagen für die Berechnung der Primärenergie und der CO2-Emissionen im Betrieb und in den verbauten Materialien werden harmonisiert.

Ausgangssituation/Motivation

Seit nahezu 20 Jahren wird der berechnete Heizwärmebedarf in vielen Fördermodellen berücksichtigt. Seit 2008 wird österreichweit im Rahmen des Baurechts sowie bei Verkauf und Vermietung der Energiebedarf für Raumwärme, Warmwasser und Haushaltsstrom im Energieausweis abgebildet.

Mittels des sogenannten Ökoindex3 (OI3) werden der nicht erneuerbare Anteil an Primärenergie sowie das Treibhauspotential und das Versäuer­ungspotential der verbauten Materialien berechnet. Allerdings bleibt die Betrachtung aus Vereinfachungsgründen bisher meist auf thermisch relevante Gebäudeteile beschränkt. Die Betrachtung wesentlicher Gebäudeteile (wie Keller, Haustechnikkomponenten) bleibt deshalb unberücksichtigt.

Die Kennzahlen für den Gebäudebetrieb, die Errichtung und Endstand­haltung beruhen auf unterschiedlichen methodischen Grundlagen und können derzeit deshalb nicht verglichen und gemeinsam optimiert werden.

Inhalte und Zielsetzungen

Für bisher nicht berücksichtigte Gebäudeteile werden Richtwerte erstellt, die eine vollständige Erfassung der Gebäude mit allen wesentlichen Elementen vereinfachen. Dadurch soll eine umfassende Gebäude­bewertung durch Planer, Energieausweisersteller, etc. in einer breiten Umsetzung ermöglicht werden. Dies schafft die Voraussetzungen dafür, dass dieser erweiterte Ansatz für die ökologische Gebäudebewertung in Wohnbauförderungen und Gebäude­zertifizierungssystemen (klima:aktiv, etc.) verwendet werden kann.

Durch die methodische Konsistenz in der Bewertung des Primärenergie­bedarfs und der CO2-Emissionen für Betrieb, Errichtung und Instand­haltung kann eine ganzheitliche Optimierung über den Lebenszyklus erfolgen.

Methodische Vorgehensweise

Bestehende Richtwerte werden überarbeitet, damit die Bilanzierungs­ergebnisse für die Gebäudeerrichtung methodisch einwandfrei mit dem Betriebsenergiebedarf verglichen werden können. Unterschiedliche Gebäudetypologien, Bauteile und Haustechniksysteme werden analysiert. Daraus werden Defaultwerte für bisher nicht berücksichtigte Gebäude­teile für eine vereinfachte Berechnung abgeleitet.

Die Ergebnisse des Projekts werden nachvollziehbar dokumentiert und in diversen Workshops und Vorträgen wichtigen Akteuren in Österreich vorgestellt.

Erwartete Ergebnisse

Defaultwerte werden für thermisch nicht relevante Gebäudeteile, haustechnische Systeme und die Gebäudeerschließung bereitgestellt. Damit wird es möglich bei minimalem Aufwand alle relevanten Kompo­nenten eines Bauvorhabens zu bilanzieren.

Die Richt- und Defaultwerte werden kostenfrei über entsprechend angepasste Schnittstellen für alle Programmhersteller für die Berechnung von Energie- und Ökologiekennzahlen bereitgestellt.

Praxistaugliche Ergebnisdarstellungen für die Beratung sowie für die Optimierung von Bauvorhaben werden entwickelt.

Forschungszeitraum

September 2016 –

Fördergeber

Gefördert durch das BMVIT im Programm Stadt der Zukunft