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Museumsdorf Niedersulz

Architektur : ah3 architekten. Baujahr: 2016. IBO: klimaaktiv Gold 965 Punkte. Objekt des Monats 2013/12. Bauphysik, Passivhausconsulting,

klimaaktiv Gebäudesimulation Bauphysik Passivhauszertifizierung

Das Freilichtmuseum Niedersulz wurde zwischen 2010 und 2012 erweitert und zu einem Volkskulturzentrum ausgebaut. Ein wichtiger Bestandteil der Infrastrukturmaßnamen ist das neu errichtete Eingangsgebäude. Dieses ist als großer Rahmen konzipiert, der den Blick der Besucher auf das Wesentliche lenkt – auf das Museumsdorf.
Das neue Eingangsgebäude ist im natürlich abfallenden Gelände über dem Dorf situiert, und dient als Rahmen für die bestehende Ausstellung. Der Baukörper weist in seinem Zentrum eine große Öffnung auf, durch die der Blick des Besuchers bereits bei seiner Ankunft auf die Dächer der alten Häuser geleitet wird. Somit entsteht eine harmonische Wechselwirkung zwischen dem zeitgemäßen Eingangsgebäude, welches das Museumsdorf durch entsprechende Fernwirkung selbstbewusst nach außen hin präsentiert, und den „gerahmten“, historischen Ausstellungsobjekten.
Der neue Baukörper wurde als hochwärmegedämmtes Passivhaus errichtet und interpretiert in seiner Materialität die Ausstellungsobjekte, die alten Häuschen und Nebengebäude, die in ihrer Gesamtheit das eigentliche Museumsdorf bilden: Die Außenfassade wurde – in Anlehnung an traditionelle landwirtschaftliche Nutzbauten – mit dunkel lasierten, vertikalen Holzbrettern verkleidet. Zum Schutz des Hirnholzes wurden bei den vertikalen Brettstößen Abdeckbretter verbaut. Diese leicht tauschbaren Opferbretter verleihen der Fassade ihre unverwechselbare Struktur und stellen in Verbindung mit den weit ausladenden Vordächern einen effizienten konstruktiven Holzschutz dar. Das Fassadenmaterial ist mit Wasserdampf, Hitze und Druck behandeltes Holz (Thermoholz), dadurch wurden chemische Holzschutzmittel im Anstrich überflüssig. Die aufgetragene Lasur basiert auf Leinöl und hat ausschließlich eine farbgebende Funktion.

klimaaktiv Bewertung

Passivhaus Bewertung

Fertigstellung

März 2012

© Bruno Klomfar