Zum Seiteninhalt springen

Mit dem Sonnendiagramm zur Smart City

Kurze Wege, soziale Durchmischung, Energie- und Ressourceneffizienz oder die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum: Welche Qualitäten ein Stadtteil bereits bietet und an welchen Stellen Optimierungspotenziale vorliegen, wird in einem „Sonnendiagramm“ schnell ersichtlich und kommunizierbar. Das Diagramm verbildlicht Quartiersindikatoren für Energieeffizienz, Emissionen, Ressourceneffizienz, Bodennutzung, Stadt der kurzen Wege, Resilienz, Lebensqualität, soziale Durchmischung, Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums etc.

Forschung Smart City

Stadtentwicklung ist ein komplexer Aufgabenbereich mit anspruchsvollen Zielen: Die Stadt der Zukunft  soll hohe Lebensqualität mit geringerem CO2-Ausstoß verbinden. Neue Ideen in gewachsenen Strukturen umzusetzen, ist jedoch nicht leicht, denn Verantwortlichkeiten und Interessen von BewohnerInnen, EigentümerInnen, UnternehmerInnen und Politik können durchaus unterschiedlich sein. Auch aufgrund fehlender Ressourcen bleiben Chancen, einen Stadtteil zu ertüchtigen, häufig unerkannt und ungenutzt. Smarte Stadtentwicklung zeigt, was möglich ist, und motiviert so zum Mitmachen.   

Seit eineinhalb Jahren läuft am IBO das Projekt Smart City Mikroquartiere: Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt, der TU Wien, der FH Technikum und den in der Stadtentwicklung sehr aktiven Architekten Kleboth und Dollnig entwickeln wir eine Methode, um Stadtareale im Hinblick auf Energie und Lebensqualität zu optimieren.  

Kern der Methode ist die Konzentration auf „Mikroquartiere“, die kleinsten Bausteine eines Stadtareals, in denen sich dessen Eigenschaften widerspiegeln.  Diese Mikroquartiere umfassen typische Strukturen wie etwa die Blockrandbebauung der Gründerzeit oder Einfamilienhaussiedlungen in ländlichen Gebieten. Die Konzentration auf Mikroquartiere erlaubt ein Lernen im Maßstab 1:1; Ergebnisse können auf ganze Stadtareale mit ähnlichen Strukturen ausgeweitet werden.

Im Projekt wurde ein umfassendes Bewertungssystem mit Indikatoren in den Bereichen Umwelt, Energie, Lebensqualität, Mobilität und Wirtschaft ausgearbeitet. Auf Mikroquartiersebene werden verschiedene Maßnahmen, z.B. Nachverdichtungsvarianten, modelliert und deren Auswirkungen auf die Bewertung mit dem Status quo verglichen. Mit dem Sonnendiagramm sind die Optimierungspotenziale ersichtlich und schnell verständlich.

 

Über die laufenden Untersuchungen der Mikroquartiere und Stadtareale berichten wir auf www.smartcity-mikroquartiere.at, wo Sie bereits Beiträge zu folgenden Themen finden:

Plausibilitätscheck der Mikroquartier-Methode

Wie setzt man eine erfolgreiche, aktive Stadtentwicklung praktisch um?

Smart City Indikatoren auf Quartiers- und Mikroquartiersebene

Kosten vs. Emissionen des Energiesystems – wie teuer kommt der Trade-off?

Nachverdichtung beim Mikroquartier Blockrandbebauung

Auswahl der besten Nachverdichtungsvarianten am Beispiel Mikroquartier Blockrand

Bei einem Workshop, der voraussichtlich im Mai in Graz stattfinden wird, werden die Ergebnisse präsentiert und diskutiert. Dazu sind alle Vertreter aus Politik, Stadt- und Energieraumplanung, aber auch interessierte BewohnerInnen, InvestorInnen oder UnternehmerInnen herzlich eingeladen – bitte um Anmeldung bei Mag. Veronika Huemer-Kals.

Das Projekt „Smart City Mikroquartiere“ wird im Rahmen der Programmlinie Stadt der Zukunft des BMVIT gefördert.