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Im Labor ist die beste Luft
I23 Klosterneuburg (und weitere Gebäude in NÖ wurden mit klimaaktiv Gold ausgezeichnet

Labors, Bibliothek und Lehr- und Lernbereiche im I23 wurden – auch dank der ausgezeichneten Ergebnisse der Raumluftmessungen – mit klimaaktiv Gold ausgezeichnet.

Gebäudebewertung

Der klimaaktiv Gebäudestandard des Klimaschutzministeriums ist das europaweit erfolgreichste und gleichzeitig anspruchsvollste Gütesiegel für nachhaltiges Bauen, denn er definiert die im internationalen Vergleich strengsten Anforderungen im Bereich Energieeffizienz. Er ist ein Leitfaden für Bauherr*innen ebenso wie für Planende, die zeitgemäße Gebäude errichten wollen. Schon 1077 Gebäude wurden österreichweit zertifiziert wie im Gebäudereport 2020 berichtet wird.  Erst unlängst wurden in NÖ 48 Projekte ausgezeichnet, wie auch die letzten Male waren Projekte, die das IBO begleitet hat, dabei.

Auch das I23 Lab5 und GradSchool des Institute of Science and Technology Austria gehört zu diesen besonderen Bauwerken. Die Zertifizierung des Gebäudes am nördlichen Gelände der ISTA in Klosterneuburg wurde im Juni 2021 abgeschlossen.

Schon im Oktober 2017 wurde begonnen auch über die Produkte, die eingesetzt werden sollten, nachzudenken und sie auf ihre ökologischen Eigenschaften hin abzuklopfen. Akustik-Platten, Bodenbeschichtungen, WhiteBoardfarbe und Fassadenelemente wurden schon in der Planung überprüft, in die Leistungsverzeichnisse wurden die genauen Anforderungen gewerkespezifisch integriert. Gerade die Beschichtung von Estrichen, auch Industrieboden genannt, wird gerne mit Epoxidharzen durchgeführt. Die reaktiven Ausgangsstoffe sind gesundheitsgefährdend für diejenigen, die diese Produkte verarbeiten müssen. Mittlerweile gibt es Alternativen auf Wasserglasbasis, die in mehrfachen Schichten oft mit Epoxid- und PU-Harzen als Untergrund oder Deckschichten angeboten werden. Letztendlich wurde der derzeit wohl nachhaltigste Aufbau mit minimalen Mengen von PU-Harz in Kooperation mit Planung, Bauherr*in und der ausführenden Firma umgesetzt werden. 

Unzählige Mails, die Kontrolle der eingereichten Bauprodukte, mehrere Baustellenkontrollen durch das IBO und die Kontrollen der örtlichen Bauaufsicht ermöglichten, dass neben der Vermeidung klimaschädlicher Substanzen und bedenklicher Kunststoffe auch emissionsarme und – abhängig von der Produktgruppe – schadstoffarme Produkte verbaut wurden.

Wie auf jeder Baustelle mussten auch Kompromisse gefunden werden. So enthält das Silikon, das für die Brandabschottungen eingesetzt wird, das als krebsverdächtig eingestufte und damit eigentlich ausgeschlossene Butanonoxim. Dieses Silikon ist jedoch als Bestandteil des geprüften Brandschutzsystems nicht austauschbar und musste daher freigegeben werden für diesen Einsatzzweck freigegeben werden.

Bei Oberflächenbeschichtungen, Klebstoffen und Wandfarben wurden keine Kompromisse eingegangen und so waren die Ergebnisse der abschließenden Raumluftmessungen mehr als überzeugend. Im Labor war die beste Luft, Gesamt VOC* (Volatile Organic Compounds) wurden zwischen < 0,10 und 0,13 mg/m3 in einem Raum sogar unter 0,05 mg/m3 gemessen. Wenn diese Werte unter 0,30 mg/m3 liegen, fallen sie im klimaaktiv Gebäudestandard in die beste Klasse 1.

Das umfassende Bauproduktmanagement brachte Punkte für die GOLD-Zertifizierung, die das IBO für dieses Gebäude durchgeführt hat. So finden die Forscher*innen in den Laborgebäuden, der Bibliothek, den Lern- und Büroräumen beste Arbeitsbedingungen für internationale Spitzenforschung vor.

 

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