Bislang finden in der Wertschöpfungskette Wald-Holz die Aus- und Weiterbildung sowie die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien in einzelnen Bildungseinrichtungen bzw. Institutionen individuell und auf verschiedenen Qualitätsstufen statt. Neues Wissen gelangt zum Teil mit großer Zeitverzögerung in den Unterricht. Die meisten Lehr- und Lernunterlagen stehen nur in analoger Form zur Verfügung. Einen Informationstransfer zwischen den einzelnen Ausbildungsstufen im Holzbau und der Holztechnologie gibt es kaum, obwohl die Erfahrung gezeigt hat, dass es bei den Lernsettings eine Schnittmenge gibt.
Ziel des BildungsLABs ist die österreichweite Entwicklung, Umsetzung und Verbreitung von möglichst durchgängigen, digitalen und haptischen Lehr- und Lernmaterialien zur Forcierung der zeitgemäßen und innovativen Holzanwendung für fachliche und allgemeine Ausbildungsstätten. Zielgruppe sind Lehrende und Lernende vom Kindergarten über Schulen (VS, MS, AHS, Poly), Berufsschulen und Meisterkursen bis hin zur Bachelor-Ausbildung. Dabei wird, abgestimmt auf die fachliche Tiefe, zwischen Material für die „allgemeine“ und „berufliche“ Bildung unterschieden.
Das IBO wurde mit der Erstellung von Lehr- und Lernmaterialien zum Themenbereich Bauökologie und Nachhaltigkeit für den holzfachlichen Ausbildungsbereich und die Ausbildungsstufen[1] NQR 4 (Lehre) sowie NQR 5-7 (HTL, Holzbau-Meister, Bachelor) beauftragt. Entstanden ist ein umfangreiches Skriptum, in dem der aktuelle Wissensstand auf Basis wissenschaftlicher Publikationen und Forschungsprojekte kompakt zusammengefasst wird. Neben dem Thema Klimaschutz/Ökobilanz wird der Ressourceneffizienz durch Kreislaufführung besonderes Augenmerk gewidmet. Die umfassende ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsbewertung in Gebäudezertifizierungssystemen wird ebenso beleuchtet wie Strategien des nachhaltigen Bauens auf Siedlungs- und Stadtebene: „Weiterbauen im Bestand“ und die Begrenzung der Flächeninanspruchnahme.
Für die Wissensvermittlung werden konkrete Übungsanleitungen formuliert, die die Lernenden zum eigenständigen Erfahren und kritischen Reflektieren anregen sollen. Lernen in der Gruppe steht hier ebenso im Vordergrund wie die (Medien-)Kompetenz, digitale Tools und Informationsquellen sinnvoll anzuwenden.
Lehrende können künftig über die Plattform https://elaborationwood.at/ auf die im Projekt eLABoration Wood entwickelten Skripten sowie Aufgabenstellungen zugreifen. Schüler:innen und Student:innen finden u.a. ein digitales Lern- und Quizkartensystem zu den entwickelten Materialien vor. Insgesamt entsteht mit eLABoration Wood ein zukunftsfähiges Bildungsnetzwerk im Zeichen von Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
[1] Einstufung nach dem Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR)
eLABoration Wood wird aus Mitteln des Waldfonds, einer Initiative des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert und im Rahmen des Programms Think.Wood der Österreichischen Holzinitiative durchgeführt.



