Heringers Entwürfe zeichnen sich durch einen ganzheitlichen Ansatz aus: Sie berücksichtigen nicht nur funktionale Aspekte, sondern auch die menschlichen und sozialen Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung prägen und leiten ihren kreativen Prozess. Dabei geht es ihr nicht nur um die äußere Form eines Gebäudes, sondern um die Verbindung von Architektur mit Leben und Liebe, mit dem Ziel, Räume zu schaffen, die das Leben der Menschen verbessern.
Ihr Arbeiten ist von Tiefgang, Bescheidenheit und Aufrichtigkeit geprägt. Der Respekt vor Land, Menschen und Kultur – ob in Afrika, Asien, den Vereinigten Staaten oder Europa – sowie ihre Sensibilität und ihr Engagement formen ihre Projekte nachhaltig. Die Wirkung ihrer Architektur reicht weit über das Sichtbare hinaus: Sie inspiriert, schafft Lebensqualität und verbindet kreative Gestaltung mit sozialer Verantwortung.
„Perfektion blockiert jede Form der Partizipation und verursacht zudem einen übermäßigen Ressourcenverbrauch.“ Im Buch “Form Follows Love” beschreibt Anna Heringer ihr Architekturverständnis. Für ihr neues Buch reiste sie mit Iwan Baan nach Bangladesch, um mit ihm die dort entstandenen Bauten, aber auch ihr Frauen-Empowerment-Projekt Dipdii Textiles zu besuchen. Der niederländische Fotograf Iwan Baan ist vor allem für Bilder bekannt, die das Leben und die Interaktionen in der Architektur zeigen. In Bangladesch entstanden intensive und sinnliche Bilder, die Zeugnis von dem ablegen, was Architektur leisten kann, wenn es nicht um Repräsentation, sondern um gesellschaftlichen Nutzen geht.
