Michael Erlhoff formulierte im Jahr 1995 mit Nutzen statt Besitzen eine schöne Vision, die viele spätere Debatten vorwegnahm. Der Autor sieht im starken Streben nach Besitz und Eigentum eine Hauptursache für heutige Probleme wie Umweltverschmutzung, Müll und zerstörte Ökosysteme. Dinge wie Autos, Wohnungen oder Werkzeuge sollen nicht besessen, sondern je nach Bedarf genutzt werden. Durch dieses Umdenken könnten neue, nachhaltigere Lebensweisen entstehen. Was als Gegenentwurf zur Besitzlogik gedacht war, ist angesichts globaler Krisen heute aktueller denn je, aber es zeigen sich jedoch auch – damals kaum bedachte – Fragen und Probleme. Die mit 20 neuen Beiträgen ergänzte Wiederauflage öffnet das Themenfeld neu und denkt mutig-spekulativ weiter. Die Vielfalt der Beiträge entspricht dem offenen Selbstverständnis von BIRD – Board of International Research in Design, einer Reihe im Birkhäuser Verlag.
Das Buch soll die Leser dazu anregen, traditionelle Werte zu hinterfragen und aktiv nach Lösungen für globale Probleme zu suchen. Erlhoffs Plädoyer bleibt auch nach 30 Jahren ein wegweisender Anstoß zur Reflexion darüber, was noch kommen mag und wie wir leben wollen.
