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EI Entsorgungsindikator

Der Entsorgungsindikator wurde vom IBO für die einheitliche Beurteilung der Entsorgungseigenschaften von Bau- und Werkstoffen auf Gebäudeebene erstellt.
In der semiquantitativen Methode werden der aktuelle Entsorgungsweg einer Bauteilkomponente bzw. das Verwertungspotenzial, das bei Verbesserung der Rahmenbedingungen bis zum angenommenen Zeitpunkt der Entsorgung des Bauprodukts aus wirtschaftlicher und technischer Sicht möglich wäre, auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Je höher der Aufwand für den Rückbau und die Verwertung und je negativer die Auswirkungen der Entsorgung auf die Umwelt sind, umso schlechter die Einstufung auf Baustoffebene (ähnlich einer fünfteiligen Notenskala). Der Entsorgungsindikator spielt eine wesentliche Rolle in den Gebäude-Bewertungsprogrammen klimaaktiv Bauen und Sanieren und Total Quality Building (TQB).

Neuerungen beim EI-Indikator 10

Wie auch sein Vorgänger EI (EI V1.0, 2012) stellt der Entsorgungsindikator EI10 (EI10 V2.0, 2018) das mit Entsorgungs- und Verwertungseigenschaften gewichtete Volumen aller betrachteten Bauteilkonstruktionen und Bauteilschichten dar, die im Gesamtlebenszyklus eines Gebäudes anfallen. Das bedeutet, dass auch die zur Entsorgung anfallenden Baustoffe aus Austausch- und Erneuerungszyklen (über 100 Jahre) miterfasst werden.

5 wichtige Änderungen gegenüber der älteren Version:

  1. Der Wertebereich des Entsorgungsindikators auf Gebäudeebene: Die Ergebnisse sind gegenüber der älteren Version um den Faktor 10 erhöht worden, woraus sich auch der neue Name EI10 ableitet. Bewertet wird in einer Skala von 10 bis 45. Somit wird auch eine klare und differenzierte Trennung der aktualisierten Berechnungsmethode gegenüber der Älteren (Bewertungsskala: 1,0 bis 5,0 auf Gebäudeebene) gewährleistet.
  2. Die Entsorgungs- und Verwertungseinstufungen sowie Nutzungsdauern einzelner Baustoffe je nach Einbauart: So wurde unter anderem die Nutzungsdauer von Wärmedämmverbundsystemen auf 35 Jahre herabgesetzt, bei Fußbodenbelägen und Abdichtungsbahnen wurde stärker differenziert. Die theoretische technische Lebensdauer einzelner Bauprodukte wurde hiermit an die tatsächlichen Gebrauchsdauern angepasst.
  3. Die Bezugsgröße auf Gebäudeebene: Anstelle der gesamten Konstruktionsfläche wird nun die Summe aller in der Bilanzgrenze betrachteten Außenbauteilflächen plus 25 % aller betrachteten Innenbauteilflächen herangezogen.
  4. Die Fraktionszahlabminderung: entfällt.
  5. Neu ist, dass Fenster und Türen miterfasst werden.

Berechnen kann man den neuen Indikator EI10 gemeinsam mit dem Ökoindex OI3 ohne zusätzliche Datenerfassung, mit dem online Tool Eco2soft der baubook-Plattform, wo er auf Gebäudeebene entweder in der Bilanzgrenze 1 (BG1) vereinfacht geführt werden kann oder detailliert für das gesamte Gebäude in der Bilanzgrenze 3 (BG3).