Zum Seiteninhalt springen

Lüftung 3.0

Im Rahmen einer vom IBO in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelthygiene der medizinischen Universität Wien und der IG Passivhaus 2010 bis 2013 durchgeführten Studie wurden Bewohnerinnen und Bewohner neu errichteter Wohnhäuser zu Gesundheitsstatus und Wohlbefinden befragt sowie Untersuchungen der Raumluftqualität durchgeführt.

Raumluftqualität Behaglichkeit Forschung

Im Rahmen einer vom IBO in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelthygiene der medizinischen Universität Wien und der IG Passivhaus 2010 bis 2013 durchgeführten Studie wurden Bewohnerinnen und Bewohner neu errichteter Wohnhäuser zu Gesundheitsstatus und Wohlbefinden befragt sowie Untersuchungen der Raumluftqualität durchgeführt. Es sollte festgestellt werden, inwieweit sich Gesundheit und Luftqualität in Wohnhäusern mit mechanischer Belüftung (n = 60) und Wohnhäusern mit natürlicher Belüftung (n = 60) voneinander unterscheiden bzw. im Laufe eines Jahres verändern. Im Rahmen von je zwei Begehungen pro Objekt wurden den Bewohnern im Abstand eines Jahres Fragebögen zu Gesundheit, Wohlbefinden und Zufriedenheit mit der Lüftungsanlage vorgelegt sowie Innenraumluftverunreinigungen (VOC, Aldehyde, Schimmelpilzsporen, Hausstaubmilbenallergene, Radon) und innenraum-klimatologischen Faktoren (CO2 als Lüftungsparameter, Temperatur, Luftfeuchte) erhoben und einander gegenübergestellt.

Generell wurden sowohl beim Erst- als auch beim Folgetermin in mechanisch belüfteten Objekten verglichen mit natürlich belüfteten im Mittel deutlich geringere Schadstoffkonzentrationen in der Innenraumluft nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen, dass durch den Einsatz einer mechanischen Lüftung im Schnitt eine deutlich bessere Raumluft erreicht wird, die Streuung der Werte war jedoch in beiden Haustypen hoch.

Die durchschnittlichen CO2-Konzentrationen in den Schlafräumen der mechanisch belüfteten Objekte lagen erwartungsgemäß niedriger als in jenen der natürlich belüfteten, aber dennoch über den Mindestvorgaben der Richtlinie zur Bewertung der Innenraumluft (BMLFUW 2011).

Die Auswertung der Fragen zu Gesundheit und Wohlbefinden ergab, dass Bewohner mechanisch belüfteter Gebäude ihren eigenen, den Gesundheitsstatus ihrer Kinder sowie die subjektiv empfundene Raumluftqualität signifikant besser einschätzen als Bewohner natürlich belüfteter Gebäude. Die größte Problematik bezüglich Lüftungsanlage lag in der als zu niedrig empfundenen Luftfeuchtigkeit in der kalten Jahreszeit. Rund 33 % der Befragten gaben beim Ersttermin an, dahingehend Probleme zu haben, beim Folgetermin steigerte sich dieser Prozentsatz auf 52 %. Diese Angaben korrelieren mit den Aussagen in den medizinischen Fragebögen, wonach Bewohner mechanisch belüfteter Objekte signifikant häufiger unter trockenen Augen leiden als Bewohner natürlich belüfteter Objekte.

Aus den Ergebnissen kann abgeleitet werden, dass die Raumluft in mechanisch belüfteten Wohnhäusern 15 Monate nach Bezug geringere Schadstoffkonzentrationen aufweist als in natürlich belüfteten. Maßnahmen wie Kaskadensysteme, Feuchterückgewinnung, bedarfsorientierte Leistungsregelung sowie eventuell auch aktive Befeuchtungsanlagen könnten dazu beitragen, die bezüglich der Lüftungsanlage erhobenen Beschwerden zu beseitigen.

Partner:

Institut für Umwelthygiene der medizinischen Universität Wien
IG Passivhaus
AGES

Forschungszeitraum

September 2010 – September 2013

Fördergeber

Gefördert durch den Klima- und Energiefonds im Programm Neue Energien 2020

© Enzberg