Gründerzeithäuser machen rund 20 % des österreichischen Wohnungsbestands aus und prägen das Stadtbild vieler Städte. Ihre Bauweise und ihr erhaltenswertes Erscheinungsbild stellen besondere Anforderungen an Planung und Umsetzung von Sanierungen.
Das Projekt reagiert auf den hohen Sanierungsbedarf dieses Gebäudetyps. Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, muss die derzeitige Sanierungsrate von etwa 1 % auf rund 3 % gesteigert werden. Dafür braucht es neue, praxistaugliche und ökologisch überzeugende Lösungen.
Im Mittelpunkt von natuREnovation steht die Entwicklung innovativer Sanierungsansätze für typische Problembereiche von Gründerzeithäusern. Dazu zählen Fußboden- und Deckenkonstruktionen, Feuchtebereiche, Fassaden mit Erhaltungsauflagen, Wärmeverteilungssysteme sowie die oberste Geschoßdecke.
Die entwickelten Lösungen sollen bauphysikalisch sicher, ressourcenschonend, wiederverwendbar und an komplexe Bestandssituationen angepasst sein. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf ökologischen Baustoffen wie Holz, Lehm, Kalk, Stroh, Hanf, Wolle, Flachs und Perlite, für deren Einsatz es in der Praxis noch Wissenslücken etwa zu Feuchtetransport, Brandschutz, Statik oder Verarbeitung gibt. Darüber hinaus sollen die generierten Daten und Bauteile auch in digitaler Form für zeitgemäße Planungstools (wie z. B. Revit, ArchiCAD, AutoCAD und Allplan sowie Baustoffdatenbanken wie baubook etc.) zur Verfügung stehen. Die Erkenntnisse werden so aufbereitet, dass sie direkt in der Praxis angewendet werden können und einen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Gebäudebestands leisten.


