Die Relevanz ergibt sich aus dem prognostizierten Bevölkerungszuwachs im Einzugsgebiet von Großstädten und der Notwendigkeit, der Flächenversiegelung durch konventionelle Einfamilienhaussiedlungen entgegenzuwirken. Das Vorhaben zielt darauf ab, urbane Quartiersqualitäten methodisch mit ländlichen Strukturen zu verknüpfen, um die Zukunftsfähigkeit peripherer Regionen zu sichern.
Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Implementierung einer kreislauffähigen Bauweise unter Verwendung regionaler Ressourcen und Re-Use-Potentiale. Durch diesen materialtechnischen Ansatz sollen die CO2-Emissionen in der Errichtung soweit wie möglich reduziert werden. Zur Minimierung der Bodenversiegelung sieht das bautechnische Konzept den Einsatz von Punkt- oder Schraubfundamenten anstelle großflächiger Versiegelungen vor.
Die soziale Dimension des Projekts umfasst die Konzeption differenzierter Wohnformen, wie Übergangswohnungen für junge Zielgruppen, (Gemeinschafts-) Wohnen für Ältere, transgenerationale Wohnformen oder Startwohnungen für Zuziehende. Methodisch erfolgt die Planung über ko-kreative Beteiligungsprozesse und einen „Ankerraum“ als Experimentierfeld für Stakeholder-Dialoge. Der integrative Planungsansatz baut auf einem breiten Partizipationsprozess zur Einbindung der regionalen Akteure im Dialog mit Expert:innen der urbanen Quartiersentwicklung auf
Infrastrukturell wird die Etablierung quartiersbezogener Energiegemeinschaften sowie ein multimodales Mobilitätskonzept angestrebt. Dies beinhaltet die Integration von E-Carsharing, intelligenter Ladeinfrastruktur und die Optimierung der Fuß- und Radwegeverbindungen.
Das Ziel der Sondierung ist die Erstellung eines praxisorientierten Kriterienkatalogs sowie übertragbarer Planungsunterlagen, die als skalierbares Modell für Gemeinden in ähnlichen Randlagen von Ballungsräumen fungieren. Durch die Implementierung von Sharing-Modellen und eine angestrebte Reduktion der Lebenszykluskosten wird ökonomische Nachhaltigkeit gewährleistet. Dieser wirtschaftliche Ansatz ist untrennbar mit den ökologischen und gesellschaftlichen Zielen verknüpft, wodurch das Vorhaben einen ganzheitlichen Beitrag zu ressourceneffizientem Bauen, zur Förderung sozialer Vielfalt und zum aktiven Klimaschutz leistet.





